von Winnie Abel

Das Stück
Das Kaufhaus Dickeschanz – einst ein stolzes Imperium, heute ein Ladenhüter. Während Chefin Marlen von Dickeschanz (Verena Quakernack) lieber ihre Porzellansammlung poliert, kämpfen die Verkäuferinnen Gina Kaiser (Manuela Habig) und Suse Nolde (Anke Gedwien) mit aller Kraft gegen leere Regale und noch leerere Kassen. Die unterbezahlte Toilettenfrau Ute (Tanja Hanewinkel) ist der heimliche Star des Hauses, denn bei ihr brummt das Geschäft – wenn auch nur auf der Kundentoilette.
Doch der Ernst der Lage wird klar, als Unternehmensberater Carsten Maschmaurer (Sascha Sackewitz) einzieht, bewaffnet mit einem endlosen Vorrat an Fremdwörtern und frostigen „Optimierungsstrategien“. Seine „Effizienzoffensive“ beginnt ausgerechnet in der Abteilung von Gina und Suse, die daraufhin alle Register ziehen.
Während Gina und Suse in ihrer Verzweiflung Verwandte (Cousine Samira gespielt von Verena Quakernack) mobilisieren, stoßen sie auf unerwartete Hindernisse: eine hartnäckige Klimakleberin, eine charmante Kleptomanin (beide gespielt von Vera Freudenthal) und Kunden wie Sparfuchs Ramona (Dagmar Gottsleben), die zwar gerne anprobiert, aber online kauft.
Die Fragen des Abends:
Können Gina und Suse ihre Arbeitsplätze retten? Was hat der Unternehmensberater wirklich im Sinn? Und welche Wendungen nimmt die Geschichte, wenn Marlen von Dickeschanz selbst mal den Putzkittel anzieht?








Thornton Wilder schildert den Alltag in einer beliebigen, durchschnittlichen Kleinstadt in New Hampshire zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts: Vorstellung der Personen, Beziehungen und Eheschließung der nachwachsenden Generation sowie Tod und Grablegung einzelner Protagonisten. Der dritte Akt lässt dabei die in den dreizehn Jahren des fiktiven Ablaufs verstorbenen Bürger der Stadt wieder auftreten und ihre innere Distanz zum Treiben der – noch – Lebenden darstellen. Hier eröffnet sich die traurige Erkenntnis über die Verschwendung der knappen Lebenszeit für die Nichtigkeiten des Alltags, die wahre Beziehungen zwischen den Menschen nicht zulassen. Da muss selbst der verzweifelte Versuch einer jung Verstorbenen scheitern, noch einmal einen beliebigen Tag ihres Lebens nachträglich bewusst und glücksbringend nachzuerleben.